Auslands-Kompass
Was es für Einkommen und Job bedeutet
Die Evidenz ist gut, aber nüchterner als das Marketing. Mit Quelle, mit Spanne, ohne Versprechen.
Was die Forschung zeigt
Einkommen: klein positiv, verzögert. Das DZHW-Review (Netz, 2022) findet in den meisten Ländern einen leicht höheren Verdienst — meist erst Jahre nach dem Abschluss, selten schon beim Einstieg. Ältere deutsche Absolventenstudien: rund 10 % fünf Jahre danach (50,4 gegenüber 45,8 T€).
Beschäftigung: klarer Effekt. Die Erasmus Impact Study (2014, 2019 bestätigt) misst ein halbiertes Risiko längerer Arbeitslosigkeit und eine 23 % niedrigere Arbeitslosenquote fünf Jahre nach Abschluss.
Dauer zählt: drei bis zwölf Monate wirken stärker. Vorsicht Selektion: Wer geht, ist im Schnitt leistungsstärker. Ein Teil des Effekts ist Auswahl, nicht Wirkung.
Wie der Auslands-Kompass das rechnet
Das Einstiegsband nach Fach bleibt unverändert — kein Aufschlag beim Einstieg. Für Jahr 5 ein Band von +0 bis +10 %, fachabhängig verengt.
Wird das Semester nicht angerechnet, kostet es Lebenshaltung plus ein verschobenes halbes Gehaltsjahr. Das ist der größte Kostenfaktor.
Break-even als Frage, nicht als Ergebnis: Mehrkosten ÷ plausibler Jahreseffekt. Bei Erasmus in Spanien oft sofort, beim Freemover UK je nach Fach 3–8 Jahre — oder gar nicht.
Modellrechnung, keine Beratung. Warmmiete: Gradura-Wohnkostenmodell 2026, 30 m². Grundbedarf 612 €, BAföG-Höchstsatz 992 € (2026). Zahlen gerundet.