Analyse

Wie Kompass rechnet — Wohnen und Gehalt

Eigene Auswertung über amtliche Sätze, Studierendenwerke und Gehaltsquellen. Eine Tabelle, einmal im Jahr gepflegt. Keine Selbstauskunft, keine Kontodaten.

Modell-Miete Ø
541 €
DSW/MMI Ø
505 €
Destatis
54 %
München
1449 €

Warmmiete plus 612 €

Die Warmmiete ist das Gradura-Modell für eine 30-m²-Musterwohnung in 38 Hochschulstädten — Kaltmiete plus Nebenkosten, eigene Haushaltsführung. Das ist bewusst teurer als Wohnheim oder WG: Destatis misst 2025 eine mittlere Wohnkostenbelastung von 54 % des Einkommens, das Deutsche Studierendenwerk rund 505 € Warmmiete im Schnitt über alle Wohnformen. Wer allein in einer kleinen Wohnung lebt, liegt darüber.

Nicht-Wohnkosten sind pauschal 612 €: BAföG-Grundbedarf 475 € plus Krankenversicherung 102 € und Pflegeversicherung 35 € (Sätze 2026, §§ 13, 13a BAföG). Miete schwankt zwischen den Städten stark, der Rest deutlich weniger. Deshalb die Konstante.

Vergleich mit dem BAföG-Höchstsatz

Der BAföG-Höchstsatz 2026 liegt bei 992 € (Grundbedarf, Wohnpauschale 380 €, KV/PV). Liegt der Monatsbedarf darunter, zeigt Kompass „Reicht“. Knapp und Lücke folgen daraus, nicht aus einem Score. Die Wohnpauschale reicht nach DSW/MMI in 70 von 88 untersuchten Städten nicht für die tatsächliche Miete.

Vier Semester sind 24 Monate. Die Rechnung enthält keine Studiengebühren, keine Semesterbeiträge, keine Kaution. Der DAAD nennt eine niedrigere Orientierung, weil er von günstigeren Wohnformen ausgeht als einer eigenen 30-m²-Wohnung.

Chemnitz 908 € · München 1449 € · 70/88

Was Kompass daraus macht

Stadt wählen, Bedarf sehen, Mittel gegenrechnen, Lücke benennen. Der Finder sortiert BAföG, Wohngeld, KfW und erst dann eine einkommensabhängige Option. Die Stadt im Antrag ist bekannt. Keine zusätzliche Erhebung.

Einstiegsgehalt: Blend, nicht eine Quelle

Amtliche Entgelte (Bundesagentur, Destatis) sind vollständig, aber nicht kohortenscharf: sie mischen Alter und Berufsjahre. Arbeitgeberumfragen sitzen tief (Grundgehalt). Plattformen und Stellenanzeigen sitzen höher (Gesamtvergütung, Angebotsobergrenzen).

Der veröffentlichte Median ist eine getrimmte Mischung: Arbeitgeberumfrage und Absolventencluster tragen, Stellenanzeigen prüfen nur die Richtung. Die Quartile p25/p75 sind modelliert (σ = 0,18 lognormal), nicht in einer Quelle beobachtet.

Was die Analyse nicht ist

Kein individuelles Gehalt, kein Mietspiegel der Stadt, kein Angebot. Data Science hat keinen amtlichen Fachmedian — die Zahl ist eine Gradura-Schätzung über Berufstitel. Gender-Gaps sind unbereinigte Fach- oder Branchenwerte; Geschlecht ist kein Merkmal in Beratung oder Scoring.

Zwei Studierende mit identischem Fach haben in München und Chemnitz einen um etwa 60 % verschiedenen Monat. Das Einstiegsgehalt gleicht das nicht aus. Deshalb steht die Stadt vor dem Produkt.

Quellenliste unten. Jede Zahl auf Kompass ist Orientierung. Verbindlich wird es erst in einem Vertrag — nicht hier.

Quellen der Analyse

Zur Wohnkostenkarte · Einstiegsgehalt nach Fach

Modellrechnung, keine Beratung. Warmmiete: Gradura-Wohnkostenmodell 2026, 30 m². Grundbedarf 612 €, BAföG-Höchstsatz 992 € (2026). Zahlen gerundet.